Projektunterricht 2025/26 – Wenn Ideen Flügel bekommen

Auch in diesem Schuljahr war der Projektunterricht fester Bestandteil des Stundenplans der 3. Sekundarschule Menznau. Doch was bedeutet eigentlich „projektartiges Arbeiten“? Diese Frage wurde im ersten Halbjahr nicht trocken beantwortet, sondern aktiv erlebt: mit kleineren Projekten, ersten Planungsschritten, gelegentlichem Improvisieren – und vielen Aha-Momenten.

 

Das Ziel war klar: Im zweiten Halbjahr sollte jede Schülerin und jeder Schüler ein eigenes, umfassendes Projekt selbstständig planen und umsetzen. Schnell zeigte sich, dass der Weg dahin selten schnurgerade verläuft. Budgets wurden knapp, Materialien trafen verspätet ein, Ideen mussten angepasst werden – und manchmal spielte schlicht das Wetter nicht mit. Doch genau diese Herausforderungen machten den Projektunterricht lebendig. Aus kleinen Stolpersteinen wurden grosse Lernerfahrungen – oft begleitet von einem Lachen.

Wer denkt, Schule bestehe hauptsächlich aus Büchern und Prüfungen, wurde in Menznau eines Besseren belehrt. Die diesjährigen Projekte zeigten eindrücklich, wie vielseitig Lernen sein kann: Es wurde gebaut, gestaltet, komponiert und programmiert. So entstand in luftiger Höhe ein Hot-Pot mit einmaliger Aussicht, der nicht nur handwerkliches Geschick, sondern auch Durchhaltewillen verlangte. Musikalisch wurde es ebenfalls: Eine Schülerin schrieb einen eigenen Song auf Basis eines bekannten Liedes – kreativ, persönlich und mit viel Gespür für Rhythmus und Sprache.

Naturnah ging es bei der Gestaltung einer Kräuterschnecke zu, die zeigt, wie geschickt Ökologie und Gestaltung verbunden werden können. Künstlerische Talente kamen beim Malen von Bildern zum Vorschein, während andere sich an umfangreiche Projekte im und ums Haus wagten – von Renovationen bis hin zu praktischen Verbesserungen im Alltag.

Auch digitale Kompetenzen hatten ihren Platz: Mit viel Geduld und Tüftlergeist wurde eine eigene App designt und entwickelt. Feines handwerkliches Geschick bewies eine Schülerin beim Entwerfen und Auftragen von Hennatattoos, die präzise und kreativ zugleich waren. Und wer lieber in luftiger Höhe in der Natur arbeitet, errichtete kurzerhand einen Hochsitz, der sowohl Planung als auch handwerkliches Können erforderte.

 

Begleitet wurden die Schülerinnen und Schüler während dieses Projektmarathons vom Team Projektunterricht: Tobias Bannwart, Thomas Unternährer und Andreas Moll. Mit Rat und Tat, hilfreichen Tipps und manchmal auch einem rettenden Pflaster standen sie zur Seite. Sie unterstützten nicht nur bei der Planung und Umsetzung, sondern auch beim kritischen Rückblick – denn gerade aus dem, was nicht auf Anhieb gelang, entstanden oft die wertvollsten Erkenntnisse.

Den krönenden Abschluss bildete die Präsentation der Projekte. Was während Monaten gewachsen war, wurde stolz vor Mitschülerinnen und Mitschülern, Eltern, Lehrpersonen und weiteren Interessierten vorgestellt. Die Schulschlussfeier bot einmal mehr die Bühne, um zu staunen, nachzufragen und die beeindruckende Vielfalt der Arbeiten zu würdigen.

Der Projektunterricht 2025/26 hat eindrücklich gezeigt: Wenn Schülerinnen und Schüler ihre Ideen eigenständig umsetzen, entstehen nicht nur spannende Projekte, sondern auch wertvolle Kompetenzen. Dazu gehören Selbstvertrauen, Kreativität und die Fähigkeit, Herausforderungen aktiv anzugehen – Fähigkeiten, die weit über die Schulzeit hinaus Bestand haben.

 

Bericht Andreas Moll